Die Bürgerkammer Neuschloß

CORONA BREMST ARBEITEN AM AHORNPLATZ

Baustelle zur Errichtung eines Findling-Brunnens auf dem Ahornplatz.
Baustelle zur Errichtung eines Findling-Brunnens auf dem Ahornplatz.

Der Ahornplatz scheint beliebter zu sein als manche denken. Jedenfalls gibt es viele sorgenvolle Nachfragen, warum es denn mit den Bauarbeiten nicht weiter gehe. Die Bürgerkammer klärt gerne auf.  Die Arbeiten dienen, wie berichtet, dazu, einen Sprudelstein zu errichten, umgeben von einem tropfenförmigen Blumenbeet. Finanziert wird das Projekt aus einer Spende des Altlastenvereins und Mitteln der Stadt. Um die Kosten gering zu halten, übernehmen die städtischen Betriebsdienste die Herrichtung. Und genau die haben derzeit ein Problem: Corona lässt den Krankenstand hochschnellen. Das verbliebene Personal muss für zeitkritische Arbeiten eingesetzt werden, etwa für Erdbestattungen auf dem Waldfriedhof.  

Das Café „New Castle“ zeigt sich nicht begeistert, hat aber großes Verständnis für die aktuelle Situation, wie eine Nachfrage der Bürgerkammer ergab. Voraussichtlich gehen die Arbeiten spätestens nach Pfingsten weiter. 

BÜRGERKAMMER SCHAFFT FAHRRAD-LEIHSTATION IN NEUSCHLOSS

Freude über die neue Leihrad-Station in Neuschloß.
Die Bürgerkammer im Ortsbeirat testet die neue Leihrad-Station in Neuschloß.

Im vergangenen Herbst regte die Bürgerkammer im Ortsbeirat an, Neuschloß an das Fahrrad-Leihsystem der Kernstadt anzuschließen. Jetzt stehen die blauen Räder bereit an der Bushaltestelle „Neuschloß Ort“. Schon vor dem offiziellen Start nutze unser Stadtteil diesen Service. Übrigens mehr Leute in Richtung Neuschloß als zur Kernstadt – was andeutet, dass die Räder eine gute Hilfe sein können, wenn wegen verspäteter Züge auf der Riedbahn der Bus vor der Nase wegfährt. Mehr darüber berichtet Neuschloss.net.

ERGEBNISSE DER VIERTEN SITZUNG DES ORTSBEIRATS

Ortsvorsteherin Carola Biehal verliest Mitteilungen, neben ihr Bürgermeister Gottfried Störmer (Mitte) und Stadtrat Jürgen W. Meyer.

Mitteilung: Weihnachtsmarkt in Neuschloß fällt aus

Der Neuschlößer Weihnachtsmarkt auf dem Ahornplatz fällt auch in diesem Jahr aus. Das kündigte Ortsvorsteherin Carola Biehal an. Die zur Verfügung stehende Fläche ist zu klein, um die vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen erfüllen zu können: „Die Gesundheit muss an erster Stelle stehen.“ Bürgermeister Gottfried Störmer begrüßte die Entscheidung: „Ich nehme das sehr positiv zur Kenntnis.“

Mitteilung/Anfrage: Ahornplatz soll attraktiver werden

Dieser Sandstein soll bald am Ahornplatz sprudeln.
Dieser Sandstein soll bald am Ahornplatz sprudeln.

Den Ahornplatz soll künftig ein Sprudelstein zieren, aus dem Wasser fließt. Finanziert wird er aus Mitteln des Altlastenvereins und der Stadt. Ein entsprechendes Objekt ist bei einem Steinmetz ausgesucht, die städtischen Betriebsdienste kümmern sich um die Aufstellung.

Auch ein Hotspot zur freien Internet-Nutzung soll den Platz attraktiver machen. Ortsvorsteherin Corola Biehal unterstrich diesen Wunsch der Bürgerkammer in einer mündlichen Anfrage.  

Mitteilung: Investitionen in Neuschloß

Bürgermeister Gottfried Störmer stellte mit dem städtischen Haushalt zwei Projekte für Neuschloß vor. Für die Instandhaltung von Spielplätzen, insbesondere der Kletteranlage am Alten Lorscher Weg, sind 45.000 Euro vorgesehen. Ein neuer Schaltschrank für den Kanal verschlingt 35.000 Euro.  Im Rahmen eines stadtweiten Projekts soll Neuschloß auch wieder eine Sirene bekommen, was 85.000 Euro verschlingt. 

Mitteilung: Thommys Café bleibt noch etwas offen

Eigentlich wollte Familie Heyber Ende Oktober wieder Schluss machen mit Thommys Café. Jetzt bleibt es immerhin einmal die Woche offen, nämlich freitags. „Wir sind hocherfreut und hoffen, dass vielleicht doch noch ein Pächter gefunden werden kann, der das Konzept weiterführt“, sagte Ortsvorsteherin Carola Biehal. 

Mitteilung: Telekom macht Internet schneller

Die 100 MBit/s werden jetzt öfter tatsächlich erreicht. Mancherorts geht auch noch mehr.
Die 100 MBit/s werden jetzt öfter tatsächlich erreicht. Mancherorts geht auch noch mehr.

Die Deutsche Telekom hat für Teile von Neuschloß ihre DSL-Technik erweitert, berichtete der Stellvertretende Ortsvorsteher Michael Bayer. Das ermöglicht  ein schnelleres Internet, nämlich bis zu 250 Megabit pro Sekunde. Bis zur Erweiterung waren es 100 Megabit. Auf Nachfrage der Bürgerkammer berichtete das rosa Unternehmen, zwei von drei Netzverteilern seien auf die Super-Vectoring-Technik umgestellt worden.

Wessen Router diese Übertragungsart unterstützt, bekommt damit oft auch mit bestehenden Verträgen eine bessere Verbindung bis zu 100 Megabit. Wer noch mehr Tempo möchte, muss den Vertrag umstellen. Für welchen Hausanschluss welches Tempo verfügbar ist, lässt sich im Internet unter www.telekom.de/schneller abfragen.

Antrag: Errichtung einer Fahrradleihstation 

Der Ortsbeirat spricht sich einstimmig für die Errichtung einer  Fahrradleihstation des VRN  aus. Standort könnte in der Nähe der Bushaltestelle „Neuschloß Ort“  oder „Ulmenweg“ sein. Bürgermeister Gottfried Störmer signalisiert die Unterstützung der Verwaltung und kündigt an, die Frage kurzfristig zum Thema von Gesprächen mit dem Verkehrsverbund zu machen.

Da bereits am Lampertheimer Bahnhof ein Mietpunkt besteht, entstünde mit einer Nextbike-Station in Neuschloß die Möglichkeit für Bahnpendelnde, spontan den Weg vom Bahnhof nach Neuschloß zurückzulegen – etwa wenn kein Busanschluss besteht oder der Bus nicht erreicht wird. Zudem hat die VTL das Ruftaxi zwischen Lampertheim und Neuschloß eingestellt. Damit besteht in den Abendstunden keine sinnvolle Anschlussmöglichkeit an Züge, die aus Frankfurt ankommen sowie an die S-Bahnen aus Mannheim. Auch hier könnte das Fahrrad eine Alternative sein.

In der umgekehrten Richtung könnten Bewohnerinnen und Bewohner unseres Stadtteils das Mietrad am Bahnhof abstellen – ohne Vandalismus und Diebstahl für ungeschützt hinterlassene eigene Fahrräder fürchten zu müssen. Schließlich könnten auch Bürgerinnen und Bürger aus der Kernstadt beispielsweise für ein Restaurantbesuch in Neuschloß das Rad nehmen. Und touristisch Interessierte in Neuschloß ihre Radtouren etwa auf Rundwegen durch den Wald starten.

Anfrage: Ortsbeirat kritisiert zu volle Busse 

Blick in den Busverkehr zu den Schulen.
Blick in den Busverkehr zu den Schulen.

Auch der Busverkehr zum Schulzentrum West war Thema. Der Bus, im Ulmenweg um 7.18 Uhr startend, ist beispielsweise so voll, dass in der Kernstadt regelmäßig Schülerinnen und Schüler abgewiesen werden. Die Kinder und Jugendlichen stehen durch das komplette Fahrzeug bis in die Türen. Nicht nur in Corona-Zeiten ein Problem. 

Bürgermeister Gottfried Störmer kündigt an, man prüfe, ob Corona-Mittel für eine Erweiterung des Busangebots verwendet werden können.

Anfrage: Aushangfahrpläne für Bushaltestellen

Haltestelle, neuerdings auch mit Fahrplan.
Haltestelle, neuerdings auch mit Fahrplan.

Die Bürgerkammer vermisst aktuelle Fahrplanaushänge – sowohl an dem neuen Stopp, als auch am Bahnhof in Lampertheim. Bürgermeister Gottfried Strömer erklärt, das ausführende Busunternehmen sei zuständig. Die Bürgerkammer merkt an, das Beispiel zeigt: In Lampertheim fehlt jemand, die oder der sich sich richtig für den Busverkehr engagiert und verantwortlich fühlt. Zwischenzeitlich wurden in Neuschloß die Fahrpläne ausgehängt. 

CAROLA BIEHAL ORTSVORSTEHERIN

Carola Biehal vertritt auch in dem kommenden fünf Jahren unseren Stadtteil in der Kommunalpolitik. Der Ortsbeirat hat die 65-Jährige einstimmig zur Ortsvorsteherin gewählt. Biehal steht bereits seit zehn Jahren an der Spitze des Ortsbeirats beziehungsweise der Bürgerkammer.

Zudem gilt sie als eine der treibenden Kräfte unserer bundesweit Aufsehen erregenden Altlastensanierung, für die sie sich seit 1988 engagiert – unter anderem im Altlastenverein und Projektbeirat Altlasten Neuschloß (PAN). Seit 2011 ist Biehal auch Stadtverordnete in der SPD-Fraktion.

Stellvertretender Ortsvorsteher ist Michael Bayer. Der 53-jährige Journalist ist in Neuschloß aufgewachsen. Er ist ebenfalls im Projektbeirat Altlasten aktiv und betreibt ehrenamtlich die Plattform Neuschloss.net in Web und Facebook.

Mitglieder des Ortsbeirats Neuschloß.
Mitglieder des Ortsbeirats Neuschloß nach der ersten Sitzung in der Hans-Pfeiffer-Halle. Ganz rechts Carola Biehal, neben ihr Michael Bayer.

Bei der Kommunalwahl hatte Liste der Bürgerkammer 96,3 Prozent der Stimmen erhalten. Damit fielen sämtliche neun Sitze den aktiven Neuschlößerinnen und Neuschlößer zu, die den Stadtteil in den fünf vorangegangenen Ortsbeirats-losen Zeit vertreten hatten.

In den Ortsbeirat gewählt sind (geordnet nach Einzelstimmen)
– Carola Biehal (Ahornweg),
– Brigitte Weidenauer (Buchenweg),
– Michael Bayer (Ulmenweg)
– Rolf Wegerle (Lindenweg)
– Helmut Kemnitzer (Akazienweg)
– Heinz Rupprecht (Ahornweg)
– Gisela Bürkel (Ahornweg)
– Heidrun Kemnitzer (Akazienweg)
– Sonja Hilbert (Eichenweg).
Günter Kirchenschläger (Buchenweg) steht für den Fall der Fälle als Nachrücker zur Verfügung.

FRÜHERE THEMEN AUS DEM ORTSBEIRAT

– Der grundlegende Umbau der Bushaltestelle „Neuschloß Ort“ startet am Dienstag, 25. Mai. Geplant ist, die Haltestellen in beide Richtungen in den Nebenweg vor den Beamtenbau zu verlegen. Damit muss ein Großteil der Schulkinder nicht über die gefährliche Landesstraße wechseln und kann zudem in der Nähe der Grünanlage auf den Bus warten. Erhöhungen ermöglichen eine barrierefreien Ein- und Ausstieg mit Kinderwägen oder Rollstühlen. Eine von den Linienbussen ansteuerbare Ampelanlage soll gewährleisten, dass die Fahrzeuge wieder schnell auf die Hauptstraße kommen. Siehe auch den Bericht auf Neuschloss.net.

Umbau-Planung.
Umbau-Planung.

– Immer wieder sind Neuschlößer Spielplätze teils geschlossen. Zuletzt war der große Spielplatz am Alten Lorscher Weg nur eingeschränkt benutzbar; insbesondere das Klettergerüst war mehrmals gesperrt. Die Lampertheimer Zeitung berichtet ausführlich, online als Plus-Text.

– Der Ahornweg bleibt dauerhaft Einbahnstraße. Die Regelung für den Busverkehr habe sich bewährt, so die Bilanz von Busunternehmen und Stadtverwaltung. Mehr auf Neuschloss.net.

Infos zur Bahntrasse: Ortsvorsteherin Carola Biehal, Bila-Aktivist Karl Hans Geil und Bürgermeister Gottfried Störmer vertreten die Interessen von Lampertheimer im neuen Projektbeirat zur Neubaustrecke. Die Sohle des Tunnels wird bei Neuschloß 18 Meter tief vergraben. Östlich des Alten Lorscher Wegs könnte die Trasse näher als 70 Meter an die Grundstücksgrenzen herankommen. Neuschloss.net mit einer grundlegenden Zusamnmenfassung.

DAS IST UNS WICHTIG FÜR NEUSCHLOSS

Altlastensanierung: Wir wollen unseren Kindern in Neuschloß einen giftfreien Lebensraum hinterlassen. Die Schadstoffe im Boden auf den Grundstücken im Ortskern sind gesichert, ebenso der Sodabuckel. Die Sanierung des Grundwassers läuft in einem neuartigen Verfahren. Im kommenden Jahr beginnen die Arbeiten in den Waldgebieten hinter dem Fichtenweg („Sandgruben“) und östlich des Alten Lorscher Wegs an („Roter Hof“). Die Bürgerkammer wird hier für Transparenz sorgen und die Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner vertreten.

Bahntrasse: In diesem Jahr beginnt die rechtsverbindliche Planung. Hier gilt es, darauf zu achten, dass die Arbeiten unseren Stadtteil nur soweit belasten wie zwingend nötig.

Busverkehr: Die Bürgerkammer setzt sich für einen attraktiven Busverkehr ein. Dazu gehören kurze Wege zu den Haltestellen. Der Stopp „Neuschloß Ort“ wird grundlegend umgebaut. Die Busse werden bald in beiden Richtungen im Seitenweg vor dem Schloss halten. Die meisten Schulkinder müssen so nicht mehr die gefährliche Landesstraße überqueren.

Grüner Stadtteil: Neuschloß ist von Wald umgeben. Der Ort selbst könnte aber grüner sein. Viele Straßenbäume sterben dort; auch Sträucher und Gras darunter verschwinden zusehens. Wir unterstützen Baumpatenschaften, damit unsere Straßen grüner werden. Kleinere Veränderungen am Ahornplatz könnten ebenfalls dazu beitragen.

Kanalgeruch: Die Stadt hat endlich die Ursache lokalisiert. Ein in Hüttenfeld zugegebener Stoff vermindert das Übel. Hier gilt es, das Verfahren robust zu machen.

Zusammenhalt: Die Neuschlößerinnen und Neuschlößer feiern gerne, wie sich zuletzt beim großen Stadtteiljubiläum zeigte. Das fördert dem Zusammenhalt. Die Bürgerkammer würde neben dem Schlossfest künftig gerne im jährlichen Wechsel ein Frühlingsfest im Wald organisieren – wie bei der Premiere im Jubiläumsjahr.

BÜRGERKAMMER AKTUELL

Kanalgeruch: Fehler in der Anlage

Der Kanal nervt wieder.
Der Kanal nervt wieder.

In den vergangenen Wochen roch der Abwasserkanal in vielen Neuschlößer Straßen wieder heftig – eine mehr als unangenehme Sache. Viele Bürgerinnen und Bürger meldeten ihren Ärger über das Meldeformular von neuschloss.net. Die Bürgerkammer ist mit der Stadtverwaltung regelmäßig im Gespräch.

Die Ursache: Es gibt technische Probleme bei der Zugabe von Eisen-II-Chlorid. Die Stadt setzt diese Subtanz eigentlich in Hüttenfeld ein, um zu verhindern, dass die dortigen Abwässer nach ihrem Transport Druck durch eine Druckleitung dann in Neuschloß übel reichende Gase abgeben. Nun zeigten sich nach Angaben der Verwaltung kristalline Rückstände, die es zu klären galt. Inzwischen läuft die Anlage in Hüttenfeld wieder normal. Der Kanalgeruch müsste nun nach und nach verschwinden.

Der Zwischenfall macht klar, wie wichtig es war, in dieser Angelegenheit hartnäckig dranzubleiben. Denn vorher, die die Stadt die neue Lösung in der Bürgerkammer vorgestellt hatte, war eine deutliche Verbesserung zu spüren. Details dazu auf Neuschloss.net.

Ganz in Blau, Beamtenbau

Beamtenbau in Blau.
Beamtenbau in Blau.

Bei unserem Stadtteil-Jubiläum kam die „Schlossbeleuchtung“ schon gut an. Jetzt zeigt sich unser Beamtenbau abends wieder im schicken Blau – noch bis zum 27. Dezember.

Die SPD Lampertheim hatte vorgeschlagen, „die Stadt zum Leuchten bringen“. In der Kernstadt wird auch das Alte Rathaus stimmungsvoll angestrahlt. Eine schöne Sache in einer tristen Zeit!

L3110: Verkehrsinsel am Ulmenweg entschärft

Zu schmal, zu nahe an der Einmündung: Verkehrsinsel auf der L3110.
Zu schmal, zu nahe an der Einmündung: Verkehrsinsel auf der L3110.

Kaum war die L3110 nach ihrer Sanierung wieder offen, krachte es gleich mehrfach an der Einmündung des Ulmenwegs. Die Verkehrsunfälle verursachten teils beträchtliche Sachschäden. Mehrere Betroffene schilderten der Bürgerkammer, die neue Verkehrsinsel samt ihrer Schilder schränke die Sicht ein. Andere Verkehrsteilnehmer/innen empfanden die Insel so nahe an die Einmündung gerückt, dass man sie beim Linksabbiegen aus dem Ulmenweg heraus bewusst umfahren muss. Und Radfahrer/innen klagten schließlich, der Zwischenraum auf der Insel sei so schmal, dass die vorbeirauschenden Autos zu nahe kämen.

Die Vorsitzende der Bürgerkammer, Carola Biehal, machte die Probleme zum Thema im Stadtentwicklungs-, Energie- und Bauausschuss (Seba) – stieß aber auf eher skeptische Reaktionen. Immerhin wurden die rot-weißen Sperrtafeln unter den blauen Richtungsschilder entfernt. Nun stand die Abnahme der Baustelle an – und in diesem Zusammenhang zeigte sich, dass auch die Kreisverkehrsbehörde die Positionierung und Ausgestaltung der Verkehrsinsel problematisch sieht. Schließlich lenkte die Landesbehörde Hessen Mobil ein. „Obwohl ich auf meine Anfragen zunächst nur ein Lächeln zurück bekam, zeigt sich jetzt, dass die Bürgerkammer mit ihrer Kritik richtig lag“, sagt Biehal.

Am Donnerstag, 15. Oktober, begann der Umbau. Die Insel wurde verkürzt, damit sich vom Ulmenweg aus besser in Richtung Hüttenfeld abbiegen lässt. Und sie wurde auf zwei Meter verbreitert, so dass Fußgänger und Radfahrer sicherer auf der Straßenmitte warten können.

L3110: Stellungnahme der Bürgerkammer zu den Bauarbeiten

In ihrer Sitzung Ende August 2020 kritisierte die Bürgerkammer die Kommunikation von Hessen Mobil und der Stadtverwaltung im Zusammenhang mit der Sperrung der Landesstraße 3110.

1. Die Bürgerkammer hat lange vor der Sperrung und schon vor der Coronazeit um eine öffentliche Veranstaltung mit der Stadtverwaltung und Hessen Mobil gebeten, um die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig zu informieren und um Verständnis für die Arbeiten zu werben. Dieser mehrfach vorgetragenen Bitte wurde nicht entsprochen.

2. In der öffentlichen Sitzung der Bürgerkammer vor dem Sommer trug die Stadtverwaltung Pläne für lokale Ausweichstrecken für einen fest umrissenen Personenkreis vor. Dazu zählten systemrelevante Personen, Neuschlößer:innen mit Auto, Erzieher:innen und Eltern von Kindern, die in die Neuschlößer Betreuungseinrichtungen gehen. Die Bürgerkammer bedankt sich herzlich bei der Stadtverwaltung mit Blick auf den großen Aufwand für die Prüfung und Ausstellung der etwa tausend Ausnahmegenehmigungen.

3. Die Bürgerkammer hätte sich gewünscht, dass die Stadtverwaltung mehr Sorge dafür trägt, dass nur Berechtigte die Ausweichstrecke über die Felder nutzen. Dazu hätten eine engagierte Kommunikation der Regeln (wer darf fahren?) und gezielte Kontrollen des Ordnungsamts zumindest an den ersten Tagen beitragen können. Stattdessen stellte sich die Stadtverwaltung weitgehend stumm – wohl in der Hoffnung, dass Unberechtigte so nichts von der Ausweichstrecke erfahren. Diese Art der Kommunikation funktioniert nach unserer Auffassung nicht mehr im Zeitalter von Social Media. Und die Kontrollen waren zu lasch – zum einen zu selten, zum anderen oft ohne Konsequenzen außer freundlichen Ermahnungen.

4. In der Bürgerkammer war vor den Arbeiten angekündigt worden, die Stadt strebe in den letzten beiden Wochen eine Ausweichroute durch den Wald an. Die Ausnahmegenehmigungen umfassten sämtlich auch diesen Zeitraum. Kurzfristig schränkte die Stadtverwaltung den Kreis der Befugten auf Systemrelevanz ein, ohne das klar zu kommunizieren. Eine Mitteilung über die nachträglich aberkannte Ausnahmegenehmigung ging den Betroffenen nicht wie die Ausnahmegenehmigung selbst per Post zu. Stattdessen gab es nur eine Mitteilung auf der Webseite der Stadt. Darin hieß es: „War noch während der ersten beiden Bauabschnitte eine provisorische Umleitung über Feldwege für eine begrenzte Personengruppe eingerichtet, fehlt im letzten Bauabschnitt diese Möglichkeit gänzlich.“ Die Bürgerkammer hätte sich gewünscht, dass die Stadt deutlicher gemacht hätte, dass es sich hier um eine wichtige Änderung des ursprünglichen Plans handelt.

5. Offenkundig war nicht klar festgelegt, wer als systemrelevant gilt. Die Bürgerkammer wurde darüber informiert, dass identische Personen an einem Tag passieren durften, am anderen nicht.

6. Die laschen Kontrollen führten dazu, dass sich viele Autofahrer ermutigt sahen, illegale Wege nutzen. Sie fuhren quer durch die Baustelle und über die frisch geteerte Fahrbahn. Schmale Autos fuhren sogar über den Fahrradweg an der Baustelle vorbei. Das führte teils zu gefährlichen Situationen. Abschreckende Kontrollen an den ersten Tagen hätten diese Entwicklung zumindest verlangsamen können.

ÖFFENTLICHE TREFFEN

Die Bürgerkammer trifft sich üblicherweise viermal im Jahr zu öffentlichen Sitzungen im Bürgersaal am Ahornplatz. Das Coronavirus bringt derzeit den Rhythmus etwas durcheinander. Die Neuschlößerinnen und Neuschlößer sind ausdrücklich zu den Sitzungen eingeladen – und dürfen (im Gegensatz zu den Regularien für Ortsbeiräte) auch mitreden.

Corona-bedingt treffen wir uns hoffentlich wieder im Frühjahr 2021.

Öffentliches Treffen Ende Mai 2020

Bürgerkammer mit Abstand in der Zehntscheune.

Unsere Runde traf sich aus Platzgründen in der Lampertheimer Zehntscheune. Das bewährte Führungsteam mir Carola Biehal an der Spitze wurde für die dritte Legislaturperiode bestätigt. Die restliche Tagesordnung  war bewusst kurz gehalten. Kernergebnisse: Während der bevorstehenden Sanierung der Landesstraße 3110 zwischen Neuschloß und der Kernstadt dürfen Neuschlößer mit Auto mit einer Sondergenehmigung über die Felder der Heide fahren (siehe oben). Der zuletzt wackelnde Umbau der Bushaltestelle an der Forsthausstraße scheint ebenfalls auf gutem Weg zu sein. Die Stadtverwaltung hat einen Förderantrag an Hessen Mobil gestellt und hofft auf einen Zuschuss von 80 Prozent der mit 260.000 Euro veranschlagten Kosten. Künftig sollen die Busse in beiden Richtungen im Seitenweg halten; eine Ampel wird den Linienfahrzeugen den Weg bahnen. Mehr auf Neuschloss.net.

HANDY-EMPFANG IN NEUSCHLOSS

Die Bürgerkammer bat die Neuschlößer um Mithilfe: Wo genau gibt‘s welchem Anbieter Funklöcher? Mit diesem Formular konnten und können Bürgerinnen und Bürger ihre Angaben melden.

Bisheriges, wichtiges Ergebnis: Die Neuschlößer sollten sich bei der Auswahl ihres Handyanbieters nicht auf die Empfangsangaben der Unternehmen verlassen. Und: Es gibt eine eindeutige Netz-Empfehlung.

BÜRGERKAMMER NEUSCHLOSS – DIE GESCHICHTE

Kurz vor den Kommunalwahlen im Jahr 2016 zeigt sich: Auf der Kandidatenliste der CDU stehen keine gültigen, auf der Liste der FDP überraschend wenig Leute. Unterm Strich treten weniger Bewerberinnen und Bewerber an, als es Mandate gibt. Folge: Die Wahl des Ortsbeirats fällt aus. Gemeinsam mit dem Lampertheimer Stadtteil Rosengarten, der das gleiche Problem hat, reift in Neuschloß eine Idee: Bürgerschaftliches Engagement jenseits der etablierten politischen Parteien soll dem Stadtteil eine Stimme verleihen.

Bürgerkammer nennen die Aktiven das Konzept, das sie gemeinsam mit dem Politikwissenschaftler Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte entwickeln, der in Duisburg forscht und lehrt und in Worms lebt. Die Idee: 20 Frauen und Männer könnten Neuschlößer Themen in einer regelmäßigen Runde besprechen und aufarbeiten, alle anderen dabei im festgelegten Rahmen direkt mitreden.

Solche Bürgerkammern gibt es bis dahin nur projektbezogen. Dass sie nun, als Ersatz für den fehlenden Ortsbeirat, einen Stadtteil insgesamt vertreten sollen, ist – mal wieder – eine Premiere. Die etablierten Parteien und der als CDU-nah gesehene Bürgermeister Gottfried Störmer brauchen etwas Zeit, um sich mit dieser Idee anzufreunden. Laute Kritik kommt insbesondere von den Grünen, die sich seit Jahren gar nicht für den Neuschlößer Ortsbeirat interessieren.

Die Neuschlößer kämpfen wieder, schreiben engagierte Leserbriefe an die Zeitungen, rufen die Bürgerinnen und Bürger zusammen, führen Gespräche hinter den Kulissen. Am Ende klappt es: Es finden sich 20 Leute, die einen guten Querschnitt durch Bevölkerung und Institutionen unseres Stadtteils abbilden; die Stadtspitze erklärt sich bereit, mit der Bürgerkammer zusammenzuarbeiten. Der überwiegende Teil der Aktiven ist bislang nicht im Ortsbeirat politisch aktiv. Die Runde wählt zur Vorsitzenden die frühere Ortsvorsteherin Carola Biehal.

Die Bürgerkammer verpflegt kurz darauf das anfeuernde Publikum am Ahornplatz beim Marathon-Lauf, renoviert am Tag des Ehrenamts den Spielplatz am Alten Lorscher Weg, geht die Dauerprobleme Kanalgeruch und Busverkehr an – und bereitet nicht zuletzt die 550-Jahr-Feier samt einer Festschrift vor.

Luftbild im Titel: Ernst Kraus.