Die Bürgerkammer Neuschloß

In Neuschloß kümmert sich die Bürgerkammer um die Belange des Stadtteils. Seit bei der vergangenen Kommunalwahl nach Formfehlern von Parteien kein Ortsbeirat zustande kam, besprechen Bewohnerinnen und Bewohner untereinander und in öffentlichen Sitzungen ihre Fragen und Anliegen. Derzeit sind sieben Frauen und zehn Männer dabei. Damit war keine Auswahl nötig; die Satzung erlaubt bis zu 20 Aktive.

Carola Biehal ist die Vorsitzende. Das Führungsteam komplettieren der stellvertretende Vorsitzende Helmut Kemnitzer, Schriftführerin Sonja Hilbert, die stellvertretende Schriftführerin Gitte Weidenauer, Pressesprecher Michael Bayer und Beisitzer Heinz Rupprecht.

Von links: Heinz Rupprecht, Michael Bayer, Gitte Weidenauer,  Sonja Hilbert, Helmut Kemnitzer, Carola Biehal.
Von links: Heinz Rupprecht, Michael Bayer, Gitte Weidenauer, Sonja Hilbert, Helmut Kemnitzer, Carola Biehal.

Öffentliche Treffen

Die Bürgerkammer trifft sich viermal im Jahr zu öffentlichen Sitzungen im Bürgersaal am Ahornplatz. Die Neuschlößerinnen und Neuschlößer sind ausdrücklich dazu eingeladen – und dürfen (im Gegensatz zu den Regularien für Ortsbeiräte) auch mitreden.

Die nächste Sitzung ist am Donnerstag, 20. Februar, um 19 Uhr im Bürgersaal am Ahornplatz. Die Bürgerkammer bereitet darin nach vier Jahren ihre dritte Sitzungsperiode vor – und ruft wieder Neuschlößer zur Mitarbeit auf. Wer in der Runde dabei sein möchte, muss den ersten Wohnsitz in Neuschloß haben und älter als 16 Jahre sein. Weitere Themen: die Mobilfunkversorgung, der Kanalgeruch, die geplante Sperrung und Sanierung der Landesstraße in Richtung Kernstadt, der Umbau der Bushaltestelle „Neuschloß Ort“ sowie Berichte des Projektbeirats Altlasten (PAN), der Initiative zur Bahn-Neubaustrecke Bila und des Fahrgastbeirats.

Die weiteren Termine im Jahr 2020 sind:

    • Donnerstag, 14. Mai, 19 Uhr,
    • Donnerstag, 27. August, 19 Uhr.
    • Donnerstag, 12. November, 19 Uhr,

Aktuell: Mobilfunkversorgung in Neuschloß

Die Wirtschaftsförderung Bergstraße trägt Informationen zusammen, wo der Mobilfunk-Empfang verbessert werden sollte. Die Bürgerkammer bittet die Neuschlößer um Mithilfe: Wo genau gibt‘s welchem Anbieter Funklöcher? Mit diesem Formular können Sie Ihre Angaben melden.

Bisheriges, wichtiges Ergebnis: Die Neuschlößer sollten sich bei der Auswahl ihres Handyanbieters nicht auf die Empfangsangaben der Unternehmen verlassen. Und: Es gibt eine eindeutige Netz-Empfehlung.

Alle Mitglieder auf einen Blick

Die weiteren Mitglieder der Bürgerkammer sind Gisela Bürkel, Horst Irrgang, Heidrun Kemnitzer, Günther Kirchenschläger, Robert Lenhardt, Ariane Lunkenbein, Gerhard Pflästerer, Peter Scherb, Elfriede Svoboda, Rolf Wegerle und Günter Weidenauer.

Folgende Karte veranschaulicht, in welchen Straßen die Mitglieder wohnen – auf die roten Punkte klicken.

In diesem Kreis sind wichtige Einrichtungen des Stadtteils vertreten – die evangelische Johannesgemeinde genauso wie der SC Kurpfalz, die Meute wie der Altlastenverein und Projektbeirat.

Die Anschriften der Mitglieder zur direkten Kontaktaufnahme:

    • Bayer, Michael, Ulmenweg 35;
    • Biehal, Carola, Ahornweg 4;
    • Bürkel, Gisela, Ahornweg 14a;
    • Hilbert, Sonja, Eichenweg 7;
    • Irrgang, Horst, Wacholderweg 10;
    • Kemnitzer, Helmut, Akazienweg 7;
    • Kemnitzer, Heidrun, Akazienweg 7;
    • Kirchenschläger, Günter, Buchenweg 23;
    • Lenhardt, Robert, Tannenweg 1;
    • Lunkenbein, Ariane, Akazienweg 5;
    • Pflästerer, Gerhard, Eichenweg 12;
    • Rupprecht, Heinz, Ahornweg 6;
    • Scherb, Peter, Akazienweg 94;
    • Svoboda, Elfriede, Akazienweg 92;
    • Wegerle, Rolf, Lindenweg 3;
    • Weidenauer, Gitte, Buchenweg 5;
    • Weidenauer, Günter, Buchenweg 5.

Bürgerkammer Neuschloß – die Geschichte

Kurz vor den Kommunalwahlen im Jahr 2016 zeigt sich: Auf der Kandidatenliste der CDU stehen keine gültigen, auf der Liste der FDP überraschend wenig Leute. Unterm Strich treten weniger Bewerberinnen und Bewerber an, als es Mandate gibt. Folge: Die Wahl des Ortsbeirats fällt aus. Gemeinsam mit dem Lampertheimer Stadtteil Rosengarten, der das gleiche Problem hat, reift in Neuschloß eine Idee: Bürgerschaftliches Engagement jenseits der etablierten politischen Parteien soll dem Stadtteil eine Stimme verleihen.

Bürgerkammer nennen die Aktiven das Konzept, das sie gemeinsam mit dem Politikwissenschaftler Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte entwickeln, der in Duisburg forscht und lehrt und in Worms lebt. Die Idee: 20 Frauen und Männer könnten Neuschlößer Themen in einer regelmäßigen Runde besprechen und aufarbeiten, alle anderen dabei im festgelegten Rahmen direkt mitreden.

Solche Bürgerkammern gibt es bis dahin nur projektbezogen. Dass sie nun, als Ersatz für den fehlenden Ortsbeirat, einen Stadtteil insgesamt vertreten sollen, ist – mal wieder – eine Premiere. Die etablierten Parteien und der als CDU-nah gesehene Bürgermeister Gottfried Störmer brauchen etwas Zeit, um sich mit dieser Idee anzufreunden. Laute Kritik kommt insbesondere von den Grünen, die sich seit Jahren gar nicht für den Neuschlößer Ortsbeirat interessieren.

Die Neuschlößer kämpfen wieder, schreiben engagierte Leserbriefe an die Zeitungen, rufen die Bürgerinnen und Bürger zusammen, führen Gespräche hinter den Kulissen. Am Ende klappt es: Es finden sich 20 Leute, die einen guten Querschnitt durch Bevölkerung und Institutionen unseres Stadtteils abbilden; die Stadtspitze erklärt sich bereit, mit der Bürgerkammer zusammenzuarbeiten. Der überwiegende Teil der Aktiven ist bislang nicht im Ortsbeirat politisch aktiv. Die Runde wählt zur Vorsitzenden die frühere Ortsvorsteherin Carola Biehal.

Die Bürgerkammer verpflegt kurz darauf das anfeuernde Publikum am Ahornplatz beim Marathon-Lauf, renoviert am Tag des Ehrenamts den Spielplatz am Alten Lorscher Weg, geht die Dauerprobleme Kanalgeruch und Busverkehr an – und bereitet nicht zuletzt die 550-Jahr-Feier samt einer Festschrift vor.

Luftbild im Titel: Ernst Kraus.