Bei der jüngsten Kommunalwahl im Jahr 2021 hat Liste der Bürgerkammer 96,3 Prozent der Stimmen erhalten. Damit fielen sämtliche neun Sitze den aktiven Neuschlößerinnen und Neuschlößer zu, die den Stadtteil in den fünf vorangegangenen Ortsbeiratslosen Jahren vertreten hatten.
In den Ortsbeirat gewählt sind (geordnet nach Einzelstimmen)
– Carola Biehal (Ahornweg),
– Brigitte Weidenauer (Buchenweg),
– Michael Bayer (Ulmenweg)
– Rolf Wegerle (Lindenweg)
– Helmut Kemnitzer (Akazienweg)
– Heinz Rupprecht (Ahornweg)
– Gisela Bürkel (Ahornweg)
– Heidrun Kemnitzer (Akazienweg)
– Sonja Hilbert (Eichenweg), gestorben 2025.

Carola Biehal wurde 2021 einstimmig zur Ortsvorsteherin gewählt. Sie stand zuvor schon zehn Jahre an der Spitze des Ortsbeirats beziehungsweise der Bürgerkammer. Zudem gilt sie als eine der treibenden Kräfte unserer bundesweit Aufsehen erregenden Altlastensanierung, für die sie sich seit 1988 engagiert – unter anderem im Altlastenverein und Projektbeirat Altlasten Neuschloß (PAN). Seit 2011 ist Biehal auch Stadtverordnete in der SPD-Fraktion.
Stellvertretender Ortsvorsteher ist Michael Bayer. Der Journalist („Frankfurter Rundschau“) ist in Neuschloß aufgewachsen. Er ist ebenfalls im Projektbeirat Altlasten aktiv und betreibt ehrenamtlich die Plattform Neuschloss.net in Web und Facebook.
BÜRGERKAMMER – DIE GESCHICHTE
Kurz vor den Kommunalwahlen im Jahr 2016 zeigt sich: Auf der Kandidatenliste der CDU stehen keine gültigen, auf der Liste der FDP überraschend wenig Leute. Unterm Strich treten weniger Bewerberinnen und Bewerber an, als es Mandate gibt. Folge: Die Wahl des Ortsbeirats fällt aus. Gemeinsam mit dem Lampertheimer Stadtteil Rosengarten, der das gleiche Problem hat, reift in Neuschloß eine Idee: Bürgerschaftliches Engagement jenseits der etablierten politischen Parteien soll dem Stadtteil eine Stimme verleihen.
Bürgerkammer nennen die Aktiven das Konzept, das sie gemeinsam mit dem Politikwissenschaftler Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte entwickeln, der in Duisburg forscht und lehrt und in Worms lebt. Die Idee: 20 Frauen und Männer könnten Neuschlößer Themen in einer regelmäßigen Runde besprechen und aufarbeiten, alle anderen dabei im festgelegten Rahmen direkt mitreden.
Solche Bürgerkammern gibt es bis dahin nur projektbezogen. Dass sie nun, als Ersatz für den fehlenden Ortsbeirat, einen Stadtteil insgesamt vertreten sollen, ist – mal wieder – eine Premiere. Die etablierten Parteien und der als CDU-nah gesehene Bürgermeister Gottfried Störmer brauchen etwas Zeit, um sich mit dieser Idee anzufreunden. Laute Kritik kommt insbesondere von den Grünen, die sich seit Jahren gar nicht für den Neuschlößer Ortsbeirat interessieren.
Die Neuschlößer kämpfen wieder, schreiben engagierte Leserbriefe an die Zeitungen, rufen die Bürgerinnen und Bürger zusammen, führen Gespräche hinter den Kulissen. Am Ende klappt es: Es finden sich 20 Leute, die einen guten Querschnitt durch Bevölkerung und Institutionen unseres Stadtteils abbilden; die Stadtspitze erklärt sich bereit, mit der Bürgerkammer zusammenzuarbeiten. Der überwiegende Teil der Aktiven ist bislang nicht im Ortsbeirat politisch aktiv. Die Runde wählt zur Vorsitzenden die frühere Ortsvorsteherin Carola Biehal.
Die Bürgerkammer verpflegt kurz darauf das anfeuernde Publikum am Ahornplatz beim Marathon-Lauf, renoviert am Tag des Ehrenamts den Spielplatz am Alten Lorscher Weg, geht die Dauerprobleme Kanalgeruch und Busverkehr an – und wuppt nicht zuletzt die 550-Jahr-Feier samt einer Festschrift vor.
Nach fünf Jahren stellt die Bürgerkammer zur Kommunalwahl 2021 eine Liste auf. Außer der FDP verzichten daraufhin alle Parteien auf eine Kandidatur für den Ortsbeirat. Die Neuschlößinnen und Neuschlößer vertrauen der Bürgerkammer alle neun Sitze an.
AUS DER ARBEIT DER BÜRGERKAMMER
NEUSCHLOSS-TREFF ZUM GLASFASER

Das Interesse an Informationen über das Glasfaser-Projekt ist in Neuschloß groß. Gut 60 Leute aus unserem Stadtteil kamen jedenfalls zum Neuschloß-Treff der Bürgerkammer – so viele Menschen hat der Bürgersaal am Ahornplatz schon lange nicht mehr gesehen. Mit dabei waren Fachleute der GGEW und der Deutschen Giganetz.
Mehr dazu im Wortlaut-Interview des Neuschloß-Newsletters mit Andreas Ehret, Geschäftsführer der GGEW.net in Bensheim, und Martina Wilde von der Deutschen Giganetz in Frankfurt am Main.
NEUSCHLOSS-TREFF ZUM NAHVERKEHR
Erste Erfahrungen mit dem Deutschlandticket standen im Mittelpunkt des Neuschloß-Treffs der Bürgerkammer zum Thema Nahverkehr. Dabei zeigte sich: Vor allem für Schülerinnen und Schüler ist es gar nicht so einfach, vom bisherigen Maxx-Ticket auf die neue Fahrkarte zu wechseln.
Im Treff der Bürgerkammer berichteten auch Frauen und Männer, wie sie nach Mannheim pendeln. Züge und Busse seien am Lampertheimer Bahnhof allenfalls nach dem Fahrplan miteinander verknüpft.
.NEUSCHLOSS-TREFF ZU ENERGETISCHER SANIERUNG

Öl- oder Gasheizungen soll es bald nicht mehr geben. Aber was sind die Alternativen? Und welche Rolle spielt dabei der Solarstrom? Solche Fragen standen im Mittelpunkt des ersten Neuschloß-Treffs der Bürgerkammer. Etwa 20 Frauen und Männer tauschten sich gut zwei Stunden lang intensiv aus. Zudem beantwortete ein ehrenamtlicher Experte der Bürgersolarberatung offene Fragen. Das Café NewCastle legte für die Veranstaltung einen Extra-Öffnungstag ein. Der Abend zeigte einmal mehr, wie sehr das Thema „Energetische Sanierung“ unseren Stadtteil bewegt. Schon im Herbst hatte die Bürgerkammer im Ortsbeirat einen Infoabend mit den Energieberatern Philipp Schönberger und Peter Hensel organisiert. Der Neuschloß-Treff soll von nun an einmal im Quartal stattfinden – zu wechselnden Themen.
FREIES WLAN AUF DEM AHORNPLATZ

Vielleicht habt ihr euch schon gewundert über das „Hessen-WLAN Lampertheim“, das möglicherweise euer Handy am Ahornplatz vorschlägt? Es dürfte euch tatsächlich hilfreich sein – denn es handelt sich um einen öffentlichen, kostenfreien Internetzugang, für den sich die Bürgerkammer im Ortsbeirat schon seit längerem eingesetzt hat. Jetzt ist er endlich da – und bringt Geräte im Bürgersaal genauso online wie beim gemütlichen Kaffee auf dem Ahornplatz – was vor allem im Sommer interessant sein dürfte.
NEUE ATTRAKTION AUF DEM SPIELPLATZ

Der Neuschlößer Spielplatz am Alten Lorscher Weg bietet neue wundervolle Möglichkeiten: Der Kletterparcour ist jetzt offiziell bekletterbar. Ortsvorsteherin Carola Biehal (Bürgerkammer) und Bürgermeister Gottfried Störmer haben den ungeduldig warteten Kindern den Weg freigegeben. Er ersetzt die Seilkonstruktion an gleicher Stelle, die in die Jahre gekommen war. Zudem eine Nestschaukel und eine schwingende Liege entstanden, die auch bewegungseingeschränke Kinder gut nutzen können. Mehr auf Neuschloss.net.
DER AHORNPLATZ WIRD SCHÖNER
Der Sprudelstein am Ahornplatz ist seit Mitte Juli 2022 offiziell in Betrieb. Während einer kleinen Feierstunde gab Ortsvorsteherin Carola Biehal (Bürgerkammer Neuschloß) den Befehl: Wasser marsch. Prompt machte der Stein seinem Namen alle Ehre: Er sprudelte. Etwa 40 Neuschlößerinnen und Neuschlößer waren an den Ahornplatz gekommen, um das Event mitzuerleben.

BÜRGERKAMMER SCHAFFT FAHRRAD-LEIHSTATION

Im vergangenen Herbst regte die Bürgerkammer im Ortsbeirat an, Neuschloß an das Fahrrad-Leihsystem der Kernstadt anzuschließen. Jetzt stehen die blauen Räder bereit an der Bushaltestelle „Neuschloß Ort“. Schon vor dem offiziellen Start nutze unser Stadtteil diesen Service. Übrigens mehr Leute in Richtung Neuschloß als zur Kernstadt – was andeutet, dass die Räder eine gute Hilfe sein können, wenn wegen verspäteter Züge auf der Riedbahn der Bus vor der Nase wegfährt. Mehr darüber berichtet Neuschloss.net.
HANDY-EMPFANG IN NEUSCHLOSS
Die Bürgerkammer bat Neuschloß um Mithilfe: Wo genau gibt‘s welchem Anbieter Funklöcher? Mit diesem Formular konnten und können Bürgerinnen und Bürger ihre Angaben melden.
Bisheriges, wichtiges Ergebnis: Die Neuschlößer sollten sich bei der Auswahl ihres Handyanbieters nicht auf die Empfangsangaben der Unternehmen verlassen. Und: Es gibt eine eindeutige Netz-Empfehlung.
Luftbild im Titel: Ernst Kraus.